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40 Jahre Deutscher Herbst - Gerhard Richters Oktober-Bilder im DaF-Unterricht

20 October, 2017
3-5pm

Seminar by:  Dr Tristan Lay, University of Sydney

Abstract
Gerhard Richter malte den Gemäldezyklus 18. Oktober 1977 zwischen März und November 1988. Die fünfzehn Bilder, ausgeführt in Grisaille, thematisieren Ereignisse, die in Verbindung zu Mitgliedern der linksradikalen terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) stehen, welche seit Beginn der 1970er in der Bundesrepublik aktiv war. Die konkreten Motive können aus den Gemäldetiteln abgeleitet werden: Es handelt sich um Motive wie „Festnahme“, „Gegenüberstellung“, „Zelle“, „Tote“, „Erhängte“, „Erschossener“ oder „Beerdigung“. Die Anonymisierung der dargestellten Personen ist charakteristisch für die Diskretion, mit der sich Richter dem Thema nähert. Die hier weniger „handelnden“ als „leidenden“ Personen heißen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Holger Meins und Jan-Carl Raspe. Die gemeinschaftlichen Suizide spalteten lange Zeit die deutsche Öffentlichkeit. Über der Bildserie steht der Titel 18. Oktober 1977 auch wenn die veröffentlichten fotografischen Vorlagen, auf die Richter in seiner malerischen Umsetzung zurückgriff, keineswegs sämtlich am gleichen Tag entstanden oder sich ausschließlich auf diesen Tag beziehen.

Der Vortrag rückt die Malerei unter Beachtung ihrer eigenen Ästhetik in den Mittelpunkt einer interdisziplinär angesiedelten Landeskunde und plädiert im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichts für eine gezielte Auseinandersetzung mit den Ereignissen des Deutschen Herbst im DaF-Unterricht. Der hier behandelte Oktober-Zyklus gehört zum Kanon der Gegenwartskunst; die Bilder besitzen auf Grund ihrer thematischen Aktualität (40 Jahre Deutscher Herbst, 1977-2017), maltechnischen und formativen Besonderheiten sowie kommunikativen Offenheit einerseits das Potenzial, anhand handlungsorientierter Aufgabenstellungen authentische sprachliche Äußerungen im Unterricht zu motivieren. Andererseits knüpfen sie aus lernökonomischer Sicht an vorhandene Wissensbestände der Lernenden und bieten ferner einen anspruchsvollen Zugang zum ästhetischen Lernen im kulturwissenschaftlich ausgerichteteten Landeskundeunterricht.

Short Biography:

Tristan Lay is Lecturer in Germanic Studies at the University of Sydney. His research interests include  German as a foreign language, didactics, and language acquisition.

Location: SLC Common Room 536, Brennan McCallum Building A18

Contact:Dr Cat Moir
Email:cat.moir@sydney.edu.au

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